
Das Aus für die Green Claims Richtlinie
Heute hat die EU-Kommission ihr Arbeitsprogramm 2027 vorgestellt. Danach soll u.a. die geplante Green Claims Directive nun offiziell zurückgezogen werden. Diese lag seit 2025 zuletzt auf Eis.
Die Kommission geht davon aus, dass sich dazu wahrscheinlich keine Mehrheit innerhalb eines angemessenen Zeitrahmens mehr finden wird.

Hintergrund
Diese seinerzeit geplante Richtlinie wurde ein Jahr nach Veröffentlichung der #EmpCo-Richtlinie vorgestellt:
Danach hätten Umweltaussagen, die ein Unternehmen in der Werbung verwenden möchte, vorab zugelassen werden müssen.
Es hätten umfangreiche Voraussetzungen, Strukturen und Verfahren geschaffen werden müssen. Außerdem hätten zahlreiche Prüfstellen akkreditiert werden müssen.
Kritik aus der Wirtschaft
Aus der Wirtschaft hatte es deshalb Kritik an der Richtlinie gegeben:
Ein bürokratisches Vorab-Zertifizierungsverfahren für Umwelt Claims verursache hohe Kosten für Unternehmen. Das wiederum setze wenig Anreiz für Investitionen in nachhaltige Alternativen.
Außerdem sei es in Anbetracht der zeitlichen Komponente, der langwierigen Prüfungsverfahren, wenig praktikabel.
Auch aus rechtlicher Perspektive gab es Kritik:
Die beiden Richtlinien EmpCo-RL und Green Claims Richtlinie waren nicht wirklich aufeinander abgestimmt. Die Konsequenz wäre noch mehr Rechtsunsicherheit für alle Beteiligten gewesen. Das kann im Moment sicherlich kein Unternehmen gebrauchen …
Ob die Green Claims Richtlinie dagegen tatsächlich zu mehr Umweltschutz beitragen hätte, wird damit weiter offen bleiben.
Weiterführende Informationen:
Annex III des Arbeitsprogramms 2027 der EU-Kommission
